«NAMNAMBULU, ein etwas merkwürdiger Name für eine Elektroband, irgendwie muss ich dabei an Tabaluga denken, aber diese Musik ist nichts für Kinder... Dabei haben wir es mit einer noch sehr jungen Formation zu tun, die im Jahre 2002 in Zürich geboren wurde, damals noch aus drei Mitgliedern bestehend. Mittlerweile sind nur noch Vasi Vallis und Henrik Iversen für den Sound verantwortlich, beide Namen klingen nicht gerade eidgenössisch. Nach einer EP, von der auch vier Songs leicht abgewandelt auf dem Full Length-Debüt landeten, erzielte man den ersten großen Erfolg mit der Single 'Memories', welche vorab als DJ Promo Maxi vertrieben wurde. Darauf befinden sich auch einige Remixe befreundeter Bands wie z.B. von den Landsmännern KARTAGON.
Besagtes Stück eröffnet auch den Reigen ausgeklügelter Future Pop-Songs, die von einigen Kritikern schon als Schweizer Antwort auf VNV NATION bezeichnet wurden. Wobei da zwar Parallelen existieren, aber man würde dem Duo Unrecht damit tun, sie nur als Kopisten abzutun. Track 2 - 'Beaten' - erinnert am ehesten an die erfolgreichen Engländer, weil man hier diese typisch wabernden Bass-Synth-Linien benutzt. Andererseits orientiert sich der Gesang an ganz anderen Vorbildern, Iversens klare Stimme erinnert an DEPECHE MODE oder auch an DEINE LAKEIEN in der elektronischen Version. Obwohl in letzter Zeit öfter auf dem kommerziellen Future Pop herumgehackt wurde (auch von mir), kann ich diesem Release nur meine Bewunderung aussprechen. Mit einer ungeheuren Liebe zum Detail wurde hier gearbeitet, ständig passiert etwas, so dass man merkt, wie viel Mühe in den Arrangements steckt.
Abgehackte Stücke wie 'Deception' oder 'Hunting' ziehen ihren Reiz aus dem ungewöhnlichen Rhythmus-Fundament, für mich neben 'Memories' die Highlights der Scheibe. Zum guten Schluss gibt es die klassische, traurige Rausschmeißer-Ballade, inklusive elektronischem Klavier ('Apart').
Ich habe schon länger nicht eine so gefällige Future Pop-Scheibe gehört, welche die Brücke schlägt zwischen 80er Synth und eben Kapellen wie ASSEMBLAGE 23, meinen absoluten Lieblingen. Demnächst will man sowohl auf Festivals als auch im Vorprogramm von MELOTRON aktiv werden, die sich schon mal warm anziehen können. Wer hat`s erfunden? Natürlich die Schweizer...
TK
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