«Weiss. Kühles sachliches Weiss dominiert das Cover-Artwork. Der Inhalt des ersten NamNamBulu-Longplayers ist dann schon weit weniger distanziert, als diese Verpackung suggeriert. Schon der Clubhit 'Memories' ist eine unmissverständliche Aufforderung zum Tanz. Die übrigen Tracks fahren, abgesehen von der Ballade 'Apart', nicht weniger in die Beine, jeder auf seine Art. 'Now Or Never' etwa umschmeichelt den Gehörgang mit einer ungenierten Ohrwurmmelodie, kombiniert mit einer Mischung aus schwebenden Klangteppichen, Synthie-Geblubber und Bässen für die Magengrube. Doch 'Distances' erschöpft sich nicht in der Wiederholung eines einmal gefundenen Rezeptes. So beginnt sich bei 'Hunting' die Discokugel zu drehen, sprüht funkinfizierter Sexappeal aus den Boxen. Neben dem Händchen für griffige Arrangements und stimmige Sounds ist es vor allem Henrik Iversens Gesang, der vermuten lässt, die beiden in der Schweiz lebenden Musiker seien auf dem besten Weg, Szene-Helden zu werden. Sein dunkles Timbre verleiht den Songs eine zarte Melancholie, unterfüttert sie mit unaufdringlicher Tiefe. Die Rückseite des Covers zeigt das Duo, verloren in einem leerern Raum und ganz klein. 'Distances' hingegen ist gross genug, um die Tanzflächen mit Scharen von Synth-Pop-Fans zu füllen. (8.5)
Christoph Kutzer» |